Pädagogischer Alltag

Folgende Merkmale bzw. Arbeitsweisen kennzeichnen unsere pädagogische Arbeit:

Bezugsbetreuerarbeit

Jeder Jugendliche erhält einen Bezugsbetreuer, bei dessen Auswahl er ein Mitspracherecht hat. Dieser ist verantwortlich, den Jugendlichen intensiv auf seinem Weg zu begleiten und zu unterstützen. Der Bezugbetreuer übernimmt die Verantwortung für die Koordination und Organisation des Hilfeprozesses seines Klienten und für das Verfassen der Entwicklungs-berichte. Er führt mit dem Jugendlichen die wöchentlichen Reflexionsgespräche und dokumentiert deren Ergebnisse. Er hält engen Kontakt zu den Eltern und unterstützt den Jugendlichen bei strafrechtlichen und gesundheitlichen Angelegenheiten.

 

Kontaktsperre

In den ersten vier Wochen soll sich jeder Jugendliche ohne äußere Ablenkungen bei Kompass e.V. einleben. Nach zumeist konfliktreichen Beziehungen im familiären Umfeld sowie in anderen Sozialbezügen ist dieser Abstand für alle Betroffenen wichtig, um sich wieder neu aufeinander einlassen zu können. In dieser Zeit finden meist Klärungsgespräche (Eltern – Betreuer/ Therapeut) statt, sowie eine Vorbereitung einer erneuten Kontaktaufnahme. Die  folgenden zwei Monate mit einer gelockerten Kontaktsperre dienen der weiteren  Beziehungs-klärung (Eltern – Kind) sowie einer Distanzierung von Suchtstoffen und alten Verhaltensmustern. Erst dann ist ein Erstbesuch in der Familie möglich.

 

Freizeit
Neben der aktiven Freizeitgestaltung am Wochenende finden wöchentlich am Donnerstag Gruppenaktivitäten statt. Diese werden in den jeweiligen Wohngruppen geplant.
In der Freizeit besteht die Möglichkeit in unserem Sportraum zu trainieren oder Tischtennis zu spielen, sich mit den Hunden zu beschäftigen oder im Sommer am See baden zu fahren. Die sich in den einzelnen Wohnformen befindenden Gruppenräume bieten der Jugendgruppe Möglichkeiten zum Spielen und Reden. Hier stehen auch Fernseher und Internet zur Verfügung.
Ferner bieten wir monatlich ein Kulturwochenende an, in welchem wir je nach Interesse künstlerische, kulturelle sowie sportliche Angebote organisieren (Theater, Kino, Erlebnispark, Kletterpark, Besuch von Gedenkstätten etc.). Im Winterhalbjahr nehmen wir an einigen Wochenenden zudem an Schlitten-Hunde-Wettkämpfen teil. Mit zunehmender Verweildauer in unserer Einrichtung animieren und fördern wir die Teilnahme an externen Freizeitaktivitäten (Sportclubs, Jugendfeuerwehr, ...).


Tagesablauf
Der Tagesablauf ist klar strukturiert, damit die Jugendlichen sich wieder an einen regelmäßigen Tagesablauf gewöhnen (pünktliches Aufstehen, regelmäßige Beschäftigung, Entdeckung von persönlichen Interessen, Training der Ausdauer,...).
Jugendliche, die noch nicht bzw. nicht mehr zur Schule gehen oder einer Ausbildung nachgehen, werden am Vormittag in verschiedene Felder der Arbeitstherapie eingebunden.
Je nach Neigung und Interesse haben sie dabei gewisse Wahlmöglichkeiten (Hundehof, Tischlerei, Küche, diverse Haus- und Hofarbeiten bis hin zu externen Betriebspraktika).
Nachmittags finden folgende spezielle Angebote statt:

  • Weiterführung der Arbeitstherapie
  • Einzel- sowie Gruppentherapie
  • Medien-, Musik- und Sportangebote
  • individuelle Freizeit

 

Selbstverwaltung in den Wohngruppen
Wöchentliche Wohngruppenversammlungen sollen ein gewisses Maß an Selbstverwaltung fördern und trainieren. Hierbei kommen u.a. Fragen der Wohnraumgestaltung, der Reinigung, der Klärung von Bewohnerkonflikten und die Planung der Wochenendversorgung zur Sprache.

 

Selbst- und Gemeinschaftsverpflegung
Die Jugendlichen der Ankommensgruppe (AKG) und der Orientierungsgruppe (OTG) nehmen von Montag bis Freitag an der von unserer Lehrküche zubereiteten Gemeinschaftsverpflegung teil. Die gewährleistet für alle eine vielseitige, ausgewogene und gesunde Ernährung.
An den Wochenenden findet die Versorgung eigenständig in den Wohngruppen statt, da dass sich alle Jugendlichen beim Kochen und der Speisenzubereitung ausprobieren können.

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